Von der klassischen Müllabfuhr zur modernen Entsorgung

 Für viele ist es heute selbstverständlich, dass die Mülltonnen am Haus sowie die Papierkörbe im Stadtgebiet regelmäßig entleert, die Straßen gereinigt und Container für Wertstoffe bereitstehen. Auch die Nutzung der Wertstoffhöfe und der mobilen Schadstoffsammlung, die jährliche Weihnachtsbaumsammlung oder die Sperrmüllentsorgung gehören längst zur Normalität in Dresden.

Doch „normal“ war dieser Zustand früher nicht. Vor mehr als 140 Jahren erlebten die Einwohner Dresdens die Abfallwirtschaft noch ganz anders. Müll wurde zum größten Teil auf die Straßen geworfen, sporadisch eingesammelt und auf Halden am Stadtrand gekippt. Der Rat der Stadt Dresden wollte diesen unkontrollierten Abfallentledigungen entgegen wirken und beauftragte die sich 1873 gegründete Dresdner Dünger-Export-Gesellschaft - die Vorgängerfirma der heutigen Stadtreinigung Dresden GmbH - mit der geordneten Abfallabfuhr aus der Stadt. Diese erste „öffentliche Auftragsvergabe“ ist somit der Beginn der Abfallwirtschaft in unserer Stadt.

Dresden hat nach der Wende sukzessive eine Vorreiterrolle gegenüber anderen Großstädten in der Abfallwirtschaft eingenommen. Neben der in 1992 eingeführten getrennten Sammlung von Verpackungsabfällen gehört zu den Meilensteinen der Dresdner Abfallwirtschaft auch die vorzeitige Einführung der Bioabfalltonne 1995, die maßgeblich von der SRD umgesetzt wurde.

Der flächendeckende Einsatz von Transpondern durch die SRD im Jahr 1994 zur elektronischen Erfassung der Anzahl der Entleerungen von Restabfallbehältern war deutschlandweit richtungsweisend für die Einführung verursachergerechter Abfallgebühren.

Mit der Inbetriebnahme der Biologisch-Mechanischen Abfallaufbereitungsanlage (BMA) im Jahr 2001 durch die SRD war Dresden die erste Großstadt in Deutschland mit einer ökologischen Restabfallbehandlung, in der alle entstehenden Stoffströme verwertet werden. Dadurch konnte auch die städtische Hausmülldeponie 2001 als erste in Deutschland bereits weit vor dem gesetzlich vorgeschriebenen Termin geschlossen werden. In der BMA – dem Herzstück der Dresdner Abfallwirtschaft – werden nicht nur alle Restabfälle aus Haushalten aufbereitet, sondern auch die Papierkorb- und Gewerbeabfälle, insgesamt von 2001 bis Ende 2013 mehr als 1.000.000 Tonnen Abfälle.

 Download Flyer "140 Jahre Jubiläum"

  

Geschichte der SRD im Überblick (1873 bis heute)

 1873
Gründung der Dresdner Dünger-Export-Gesellschaft (Vorgängerfirma für die heutige Stadtreinigung Dresden GmbH)

1928
Dresdner Müllabfuhr GmbH (Tochter der Düngerhandels-Aktiengesellschaft) wird zum städtischen Unternehmen;
Einführung von Einheitsgefäßen mit 110 Litern Inhalt (Ringtonne);
Ende der Aschegruben und Beginn der Deponierung

ab 1945
Enttrümmerung der Stadt, Wiederaufbau: schrittweise Wiederherstellung der kommunalen Infrastruktur

1967
Bildung des VEB (K) Stadtreinigung Dresden durch Zusammenführung verschiedener Bereiche

1990
Übernahme der SRD von der Treuhand, Gründung als GmbH (zu 100 Prozent kommunale Tochter der Landeshauptstadt Dresden)

1992
Einführung der Gelben Tonne;
Erste mobile Schadstoffsammlung

1994
Flächendeckende Einführung von Transpondern an allen Restabfalltonnen sowie Bordcomputern auf den SRD-Sammelfahrzeugen durch die SRD zur elektronischen Registrierung der Entleerungen der Entleerungen der Restabfallbehälter als erste Stadt Deutschlands;
Grundsteinlegung für das Büro- und Geschäftshaus Pfotenhauerstraße 46

1995
Inbetriebnahme des Schadstoff-Zwischenlagers

1995–1996
Einführung der Biotonne in Dresden (nach KrWG erst 2012 Vorschrift!)

1997
Errichtung der NKW-Garage am SRD-Betriebshof Tatzberg mit 115 Stellplätzen für alle Fahrzeuge

2001
Inbetriebnahme der Biologisch-Mechanischen Abfallaufbereitungsanlage (BMA) durch die SRD und damit 100%ige Verwertung der Restabfälle aus Dresden (damit war Dresden die erste Großstadt in Deutschland mit einer ökologischen Restabfallbehandlung, in der alle entstehenden Stoffströme verwertet werden);
vorzeitige Schließung der Hausmülldeponie an der Radeburger Straße (Dresden hat als erste Stadt in Deutschland das Deponieren unbehandelter organischer Restabfälle aus Haushalten als  finale  Entsorgung eingestellt)

2004
Teilprivatisierung: Stadtreinigung Dresden GmbH wird zum Public Private Partnership mit den Beteiligungen 51 % Technische Werke Dresden GmbH und 49 % Cleanaway Deutschland AG & Co. KG (heute Veolia Umweltservice Ost GmbH & Co. KG);
Burghart Hentschel wird von den Gesellschaftern als Geschäftsführer der Stadtreinigung Dresden GmbH und Dresdner Abfallverwertungsgesellschaft mbH (DAVG) bestellt

2005
SRD übernimmt alle Anteile der Dresdner Abfallverwertungsgesellschaft mbH (DAVG) und wird damit alleiniger Gesellschafter

2006
Ertüchtigung der Biologisch-Mechanischen Abfallaufbereitungsanlage (BMA) auf eine Anlagenkapazität von 105.000 t pro Jahr

2006
SULO GmbH fusioniert mit der Cleanaway Deutschland AG & CO. KG und wird damit Gesellschafter der SRD

2007
Veolia Environnement übernimmt die SULO GmbH, die SRD gehört dadurch mit dem Gesellschafteranteil von 49%  zum zweitgrößten Entsorger der Welt

2009
Bau der Zwischenlagerhalle neben der BMA

2011
10 Jahre Biologisch-Mechanische Abfallaufbereitungsanlage in Dresden

2013
Anlieferung der 1.000.000sten Tonne Restabfall in der BMA;
140 Jahre Abfallwirtschaft in Dresden und Firmenjubiläum der SRD

SRD heute:
seit der Teilprivatisierung positive wirtschaftliche Entwicklung und erfolgreiche Ausrichtung auf die Markt- und Kundenbedürfnisse


Dresdner Müllabfuhr 1930
Gasbetriebens Müllfahrzeug 1942
Skoda LIAZ 706 LKW Müllauto
Entsorgung in den 70er Jahren mit Ringtonnen